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Im Land der griechischen Götter

Im Herbst laden wir gerne unsere inneren Sonnen- und Licht Akkus auf, diesmal tun wir das in Griechenland. Ein Land, das ich nur aus dem Fernsehen kenne und in meinem Kopf fast ausschließlich mit den Themen Schulden- und Flüchtlingskrise besetzt ist.

Erlebt haben wir ein wunderschönes, grünes, abwechslungsreiches Land aus Gebirgen, kleinen Dörfern und Küstenstreifen; freundliche Menschen, die ihrer Arbeit mit viel Liebe und Ruhe nachgehen; Menschen, für die, nicht die gleiche Sprache zu sprechen, kein Hinderungsgrund ist, zu kommunizieren; ein Land voll lebendiger historischer Kulturstätten, ein Land, das unbedingt zu Europa gehört und das so anders ist als unser Deutschland.

Unser erster Halt ist Ionannina, eine mittelgroße, am See gelegene Stadt, die rückseitig von einer Bergkette geschützt liegt. Dort wollen wir fliegen und uns das Land von oben anschauen, das gelingt auch gleich, zuverlässige Thermik und Wind tragen uns bis zum Sonnenuntergang über das fruchtbare Tal.

Wir landen in der Dämmerung auf einer großen Schafwiese; auch der Schäfer passt auf, treibt mit seinem Hund die Schafe zusammen und freut sich über unseren Flug und Gesellschaft. Er redet zahnlos strahlend, wir reden strahlend; wir verstehen uns nicht und verstehen uns doch!

Zum Abendessen gibt es in einer der Tavernen, Schafskäse aus dem Ofen, griechischen Salat, Tzaziki und natürlich Ouzo zum Abschluss. Das wird neben ein bisschen Lamm und Hähnchen unsere Hauptspeise die nächsten Tage bleiben. Ein Regentag führt dazu, dass wir uns Griechenland Landschaft nicht von oben, sondern von unten anschauen. Wir besuchen die Höhle on Perama und sind beeindruckt von der bizarren Vielfalt und Größe dieser Unterwelt, in der Hades ganz offensichtlich ein gutes Regiment führt. Es zieht uns weiter zur Küste, mit der Griechenland reich beschenkt ist: Lefkas ist unser Ziel, eine der vielen kleinen Inseln im Ionischen Meer, die über eine Straße mit dem Festland verbunden ist. Unterwegs besuchen wir noch in Dodoni, eins der größten Amphitheater Griechenlands und Orakelstätte von Zeus mit einem beeindruckenden Fassungsvermögen von 17000 Menschen.

Zeustempel aus dem 3. Jhd. vor Christus, Tempelanlagen für die griechischen Götter Diane, Aphrodite, Herakles erinnern mich an die alten griechischen Sagen und ziehen mich wieder in ihren Bann; das Bouleuterion (Ratsgebäude) erinnert an erste von den Griechen entworfene Demokratieformen in Stadtstaaten und mittendrin feiern die Griechen einen Volkslauf und bejubeln ihre Helden. Was für eine Kulisse für einen Marathon!

Die letzten Tage verbringen wir entspannt am Meer, der Strand von Kathisma ist ein Bilderbuchtraum, die Sommergäste sind fast alle verschwunden, Herbstgäste scheint es kaum zu geben, obwohl die Temperaturen perfekt sind zum Fliegen, zum Baden, zum Wandern und kleine Dörfer in den Bergen zu entdecken. Das Meeresrauschen und die Farben dieses kristallklaren Wassers, das wir privilegiert und staunend von oben betrachten dürfen, werden wir noch sehr sehr lange In Erinnerung behalten – oder einfach wiederkommen!

Jutta Reiser von www.gemeinsam-fliegen.de