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Maier Sports Entdeckertour – 4 Länder, 5 Tage, 6 Abenteuer

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, als Maier Sports-Fotograf Björn und ich die Facebook-Gewinner der USA-Reise durch Oregon und Washington State begleiten durften. Der große Amerika-typische SUV wurde für eine Woche zu unserem Wohnzimmer. Dieses Mal haben wir die Chance, ein Hymer Wohnmobil auszuleihen. Das wollen wir ausreizen. Wir wollen so viel erleben und so viel draußen sein, wie nur möglich und dennoch die nötige Erholung finden. Unser Plan: 5 Tage, 5 Regionen, 5 Outdoor-Abenteuer!

Björn und ich sind Wohnmobil-Greenhorns. Mit rund 6 Meter Länge und 2 Meter Breite sind Hymercars aber ohnehin fast so kompakt wie ein Transporter und damit keine große Umstellung. Innen jedoch eröffnet sich eine gemütliche Wohn- und Schlafstube. Bad, Toilette, Küche, vier Betten, Stauraum, Essbereich und Multimedia sind an Bord. Beim genaueren Stöbern stießen wir zudem auf raffinierte Details wie ein im Boden eingelassenes Schuhfach, ein im Heck bündig verstautes Camping-Mobiliar, einen Warmluftschlauch, mit dessen Hilfe sich der Schlafplatz im Hochdach wohlig warm heizen lässt, und eine aufklappbare Thekenverlängerung in der Kochnische. Letztere benutzten wir nicht, für den Warmluftschlauch sollten wir aber noch dankbar sein.

Tag 1: Flying Fox in Leogang (Österreich) Mit 100 km/h in einer Metzgerschürze ins Tal

„Eine der schnellsten und längsten Stahlseilrutschen der Welt“, „140 km/h Top-Geschwindigkeit“, „1,6 km Länge, 143 Höhenmeter Unterschied“

,mit Superlativen wie diesen gewinnt das Flying Fox in Leogang unser Interesse. Wer sonst, wenn nicht Adrenalin-Experte Jochen Schweizer, kommt auf solche Ideen. Das Prinzip eines Flying Fox ist einfach: Ein Stahlseil wird zwischen zwei Stationen gespannt. An der oberen hängt man sich in eine Rolle ein. Anschließend Anlauf nehmen und himmelhochjauchzend hinabrauschen. „Habt ihr den Flug schon hinter euch gebracht oder müsst ihr noch?“, wurden wir von Mitarbeitern an der Talstation empfangen. Die Formulierungen „Flug“, „hinter euch gebracht“ und „müssen“ verunsicherten uns. Mit der Gondel ging es ins Skigebiet. Unter uns lagen Mountainbike- Downhill-Strecken. Namen wie „Flying Gangster“ oder „Broken Heart“ trugen nicht zu unserer Beruhigung bei.

„Sehen aus wie Ritter“, kommentierte Björn in nachdenklichem Ton die vorbeirauschenden Biker in ihren Vollkörper- Protektoren. Wir hingegen sahen aus wie Metzger. Gekleidet in schwere Schürzen, mit Aufhängevorrichtung am Rücken tapsten wir zur Startrampe. Nach ein, zwei Anweisungen ging es schnell: einhängen, Arme überkreuzen, Reißleine ziehen und ab ins Tal. Knapp eine Minute ging der Flug – eine Minute, die man sehr wohl genießen konnte! Unser Herz-Kreislauf-System blieb und ist immer noch stabil.

Tag 2: Freeride-MTB in Kärnten (Österreich) Fetzen in Petzen

Zwar ist nach unserer Recherche in den meisten Regionen Österreichs die einmalige Übernachtung am Straßenrand oder auf öffentlichen Parkplätzen erlaubt, aber da wir nach dem Aufstehen den Blick über den idyllisch schlummernden Pirkdorfer See (www.pirkdorfersee.at) genießen wollten, fuhren wir noch am ersten Tag weiter nach Kärnten. Als wir ankamen war es spät und der Hunger groß. In handgestoppten 8 Sekunden hatten wir die Mountainbikes vom Heckträger abmontiert. Handys, Fahrradlichter und Taschenlampen hatten wir bereits auf der Anfahrt im Hymercar aufgeladen. Konnte also nix schiefgehen. Pustekuchen: Wir bogen irgendwo falsch ab. Über eine Stunde radelten wir durch finstere, teils neblige Kärntner Felder und Wälder, bis wir uns vor slowenischen Schildern wiederfanden.

Da hatten wir unser Abenteuer. Hätte Björn nicht die kleinen Wunderlämpchen von LED Lenser dabei gehabt (Danke, Danke, Danke!), würden wir wohl heute noch durch Unterort, Unter-Loibach, Ober- Loibach und Loibach geistern. „Seid’s ihr überhaupt schon mal Mountainbike gefahren?“, empfing uns am nächsten Morgen Alfred Pajancic, Geschäftsführer der Petzen-Bergbahnen. Ob sich unsere Irrfahrt in der vergangenen Nacht herumgesprochen hat? Zum Glück nicht. Stattdessen ließ unsere Kleidung vermuten, dass wir den Programmpunkt des heutigen Morgens unterschätzt hatten.

Was Kärnten hier bietet, ist 100 % Abfahrt, 0 % Tour.

Zusammen mit seinem Team hat Alfred Pajancic in 200 hingebungsvollen Arbeitstagen eine Downhill-Strecke für Nicht-Downhill-Fahrer realisiert.

1.000 Höhenmeter in einer 11 km langen Nonstop-Abfahrt. Ohne halsbrecherische Sprünge, dafür mit perfekt ausgebauten Kurven, Steilwänden, Hügeln und anderen Raffinessen. Erst seit Sommer 2014 ist die Strecke geöffnet. Dank der Tipps unseres Bike-Guides Silvia verloren wir ruckizucki den Respekt. Sogar schneller, als uns lieb war, als wir Silvias Geschichte hörten: 2 Kreuzbandrisse, zig Brüche und unzählige weitere Verletzungen hatte sie in ihrer Sportkarriere erleiden müssen. Bergauf radeln meidet sie schmerz bedingt.

Stattdessen brettert sie in einer Ritterrüstung aus Protektoren in rund 20 Minuten die Strecke hinab. „Wenn i den Helm runternehm, schauen’s alle bleed. Dann sehen’s, dass i graue Haare hab und scho a Oide bin“, lacht sie. Wir schauten blöd, als wir merkten, wie Berg ab fahren in die Beine geht. Alle Stöße, Kurven und Sprünge – bei uns Hopser – werden aus den Beinen heraus mit dem ganzen Körper abgefedert. 565 Kniebeugen kommen in einer Abfahrt zusammen. „I hob’s selbst zählt!“, garantierte Silvia. Unsere Oberschenkelmuskeln zuckten zustimmend. 4 Abfahrten ließen sie zu, dann krochen wir zurück ins Wohnmobil und setzten unsere Fahrt Richtung Südtirol fort. Unterwegs stoppten wir am Faaker See (Strandcamping Anderwald), Österreichs sonnen reichstem See. Genau so präsentierte er sich auch heute. Also hechteten wir noch mal los und liefen einen Teil der Etappe Nr. 21 des Alpe-Adria-Trails von Pogöriach zur Baumgartnerhöhe. Insgesamt sind es 43 Etappen auf 960 km, die sich unter dem Slogan „Wandern im Garten Eden“ vom Großglockner, Österreichs größtem Berg, durch Kärnten und Slowenien bis nach Friaul-Julisch Venetien schlängeln.

Tag 3: Bergsteigen im Hochpustertal (Italien) „Erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt.”

Eigentlich befürchteten wir heute den körperlich härtesten Tag unseres Trips. 6 Stunden hochalpine Klettersteig-Tour auf den Paternkofel, mit tollem Panorama auf die Drei Zinnen als Belohnung und eine abschließende zweieinhalbstündige Mountainbike-Tour in die Nacht waren geplant. Mit der Fanesschlucht zog Bergführer Daniel von der Alpinschule Drei Zinnen / Sexten einen Ausweichplan aus dem Ärmel. Statt von hochalpinem Gelände und schroffen Steilwänden war nun von „leichter“ Tour, „ideal für Familien mit Kindern“ und „in etwa 2 Stunden bequem machbar“ die Rede.

Nicht unbedingt die Art Outdoor-Abenteuer, die wir anvisierten. Nach einer knapp 30-minütigen Wanderung tat sich vor uns die Schlucht auf. Wildromantik! Ich kann mir keinen Begriff vorstellen, der diesen Anblick besser beschreiben könnte. Ein Wasserfall rauschte tosend herab, schroffe Felswände leuchteten im Tageslicht und das Ganze lag gerahmt in einem friedvollen saftigen Grün.Die Fanesschlucht ist ein Spektakel, das es nicht nötig hat, mit Superlativen à la „höchste“, „weiteste“, „entlegenste“ zu protzen.

Auf dem Rückweg riss der Himmel auf. Die Drei Zinnen grüßten uns aus der Ferne. „Das Wetter ist hier nun mal extremer als im Zentrum Südtirols“, entschuldigte sich Bergführer Daniel. Doch ist ein blauer Himmel nicht immer ein blauer Himmel? Wolken und Wetterwechsel jedoch verleihen einer Landschaft Charakter. Am Abend zeigte sich dieser Charakter noch mal von seiner harschen Seite. Es regnete uns derart ein, dass die geplante Mountainbike-Nacht-Tour ins Wasser fiel.  Wir nutzten die Gunst der Stunde und genossen am Campingplatz (www.camping-olympia.com) den vollen Komfort unseres Hymercars. Gold wert: In der Duschkabine trockneten unsere nassen Klamotten binnen weniger Stunden, und das, ohne dass sie uns vor der Nase baumelten. Auf dem Bedientableau wählten wir die gewünschte Innentemperatur. Und die Belüftung sorgte für ein heimeliges Raumklima, ohne die Scheiben zu beschlagen. Mit dem Leatherman teilten wir uns brüderlich einen Nusszopf und schauten entspannt über das Campingplatz-WLAN auf dem Tablett die Bundesligaspiele des Tages. Echten Survival-Fans darfst du das nicht erzählen…

Tag 4: Gleitschirmfliegen in Triesen (Lichtenstein) Heute heißt es „Hoi!“

Rund 4 Stunden waren wir unterwegs, bis wir in einem Land – mehr oder weniger vor unserer Haustür – einrollten, in dem wir beide noch nie waren: Liechtenstein. In Windeseile hatte uns die viert kleinste Nation Europas gewonnen. Geschützt und wie versteckt liegt sie friedlich im Tal zwischen Rhein, Vorarlberg und Graubünden. Insgesamt 32 Berge von 2.000 Metern Höhe und mehr drängen sich auf nur 160 km². Was viele nicht wissen: Das Klima ist milder, als man es von Gebirgslagen dieser Art gewohnt ist!

Der Föhn lässt regelmäßig warmen Südwind herabfallen. Nicht selten werden im Winter zweistellige Temperaturen erreicht. Von unserem Wohnmobil- Stellplatz in Triesen (Camping Mittagsspitze, www.campingtriesen.li) hatten wir den Überblick: Falknis-Berg (2.562 m) im Rücken, Rheintal vor uns und Obstbäume um uns. Björn hatte sich direkt auf den ersten Blick in den Falknis verliebt. „Ich muss da rauf“, wiederholte er mantra-artig im Stundentakt. Heute allerdings stand für den Vormittag eine Mountainbike-Tour zu dem Weiler Silum an sowie ein Gleitschirmflug am Nachmittag. Ursprünglich planten wir, an einem Tag das gesamte Land und seine insgesamt 76 km lange Landesgrenze zu um radeln. Das entpuppte sich aber schnell als Schnapsidee und wurde verworfen: Etwa die Hälfte Liechtensteins ist Gebirge. Dennoch gibt es wenig Wander- und Bike-Urlauber in der Region. Mildes Klima, nette Menschen und auf den Bergwegen ist man meist für sich – Liechtenstein scheint durchaus noch ein Geheimtipp zu sein! Am Nachmittag empfingen uns Walter und Peter vom Gleitschirmclub Vaduz mit einem herzlichen „Hoi“ (so sagt man in Liechtenstein Hallo).

Die beiden hatten sich bereit erklärt, uns ihre Heimat vom exklusivsten Blickpunkt aus zu zeigen:aus der Luft! Bis nach Südtirol waren Walter und Peter an guten Tagen bereits geflogen. Doch jeder Tag, jeder Wind und jeder Flug ist anders. Konzentriert standen sie am Hang und warfen Gras in den Wind, um die heutigen Bedingungen zu lesen. Der Wind war schwach, aber die Richtung stimmte. „Lehn dich nach vorne und lauf so schnell du kannst! Wir müssen vor dem Baum abheben“, wies mich Peter an. Der Baum war ein unschlagbares Argument für kompromisslosen Top-Speed. Also lief ich. Sogar schneller als mein rechter Schuh. Der blieb irgendwo hängen und verabschiedete sich um ein Haar. Plötzlich entfernte sich der Boden, wir segelten durch die Lüfte, ein ganzes Land lag unter unseren Füßen – und meinem am großen Zeh baumelnden Turnschuh. Tipp: Wer selbst ein ganzes Land überblicken und dem Fürsten in den Garten schauen möchte, wendet sich am besten über www.schoenauer.li direkt an Walter und grüßt ihn herzlich von uns!

Tag 5: Canyoning im Allgäu (Deutschland) Wer’s zuerst wagt, verliert

Es gab einen Programmpunkt, auf den ich mich nicht wirklich freute: Canyoning. Bei Außen-Temperaturen zwischen 5 und 15 °C in den Allgäuer Ostertalbach zu springen, ist für jemanden, der selbst bei über 30°C noch eher am Strand joggen als im Meer baden geht, keine Komfortzonen-Aktivität. Da half auch der Neopren-Anzug wenig. Anders bei Björn. Er springt bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins eiskalte Wasser. Jeden Tag ein Outdoor-Abenteuer war der Plan. Eines im Wasser fehlte uns noch und so schlossen wir die Tour ab wie wir sie begonnen hatten: mit einem Action-Highlight von Jochen Schweizer. Direkt am ersten Hindernis des Ostertalbachs hatte ich meine Vorurteile gegenüber Canyoning im Bach ertränkt. Ebenso eine von Björns Kameras. Aber eins nach dem anderen: Er macht es ständig: „Springst du zuerst?“, fragte mich Björn, als wir am ersten Absprung rund vier Meter über einer Gumpe standen. „Klar“, entgegnete ich kühl und sprang. „Mach du als Erstes, ich will dich von hier filmen“, bat er mich am nächsten, drei Meter höheren Absprung. „Logisch“, antwortete ich bemüht cool.

Und auch beim dritten Mal (mittlerweile 11 Meter Sprunghöhe) überließ er mir abermals gönnerhaft den Vortritt. Ich gab mir keine Blöße und sprang als Erster. Die Pumpe schlug mir bis zum Hals. Das Glücksgefühl und der Stolz danach sind jedoch den einen Schritt ins Leere wert! Doof nur, dass meine Haltungsnote beim Sprung derart mies war, dass Björns Action-Kamera, die auf meinem Helm klebte, beim Eintauchen das Weite – bzw. die Tiefe – suchte. Ohne Taucherbrille hatten wir unter dem Wasserfall keine Chance, sie zu finden. Björns Lippen waren von der Tauchsuche schon bläulich. Wir zogen ohne die Kamera weiter. Ein Glück, dass unsere kleine Reise-WG nach diesen 5 Tagen schon gut zusammengeschweißt war, um diesen Verlust zu verarbeiten.  Doch dann das actionreiche Happy End unserer Tour: Unser Guide konnte sich eine Taucherbrille leihen und die Kamera bergen. Ein wenig wehmütig sitze ich jetzt im Zug. Ich befinde mich auf dem Heimweg. Unser Hymercar ist abgegeben und beim Einchecken am Bahnhof merkte ich erst, wie viel Zeug ich dabei hatte. Mit Rucksack, 2 Taschen und Fahrrad hatte ich arge Mühe, mich am Bahnhof zu arrangieren.

Schon jetzt, während ich im Zugabteil auf all mein Zeug aufpasse, beginne ich, die Unabhängigkeit im Wohnmobil zu vermissen. Nie musste man sich neu organisieren, immer hatte man, sauber verstaut, alles dabei. Nie lief man Gefahr, etwas liegen zu lassen. Und nie war man auf jemanden angewiesen, der einem ein Zimmer vermietet, das Gepäck verstaut, von A nach B bringt oder darauf aufpasst. Die letzten Tage empfand ich die Fahrten als Bestandteil der Reise, jetzt aber erscheint mir unsere Reise beendet und die Fahrt nur noch als schlichte Beförderung zum Zielort.

Ich denke darüber nach, ob die Freiheit, die wir im Alltag suchen, in der Ferne liegt.  Doch mir scheint, als liege sie vielmehr in der Zwanglosigkeit und Unabhängigkeit unserer Entscheidungen. Sei es die Entscheidung, einen Sprung aus elf Metern zu wagen und sich ein Glücksgefühl zu bescheren. Sei es die Entscheidung, trotzig dem Wetter die Stirn zu bieten und sich von einer noch nie zuvor gesehenen Schönheit einer Landschaft begeistern zu lassen. Oder sei es die Entscheidung, das Wohnmobil so zu parken, dass der erste Blick am Morgen der Blick über einen nebelbedeckten, in der Morgensonne leuchtenden See ist.