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Mal paddeln statt per Pedes

Der Bayerische Wald, direkt an der Grenze zu Tschechien gelegen, ist für passionierte Wanderer und auch Radfahrer längst kein Geheimtipp mehr. Doch auch Paddler finden hier ein schönes Revier

Der im Oktober 1970 gegründete Nationalpark wurde im August 1997 erweitert. Zusammen mit seinem Pendant auf der tschechischen Seite, dem Šumava-Nationalpark, entstand so mit über 92.000 Hektar die größte geschützte Waldfläche Mitteleuropas. Ein Eldorado für Wanderer, das seinesgleichen sucht!

Doch die Region hat noch viel mehr zu bieten. So können Kulturliebhaber ihren Urlaub in der Natur perfekt mit einer interessanten Städtereise kombinieren. Es bieten sich viele lohnende Ziele. Passau und das benachbarte Regensburg laden ebenso zu spannenden Entdeckungsreisen ein, wie Linz oder Budweis, das mehr zu bieten hat, als hervorragendes Bier. Bei Paddlern hingegen sind der Bayerische Wald und seine Bäche noch deutlich weniger bekannt – zu unrecht. Außer den steilen und nur recht selten befahrbaren Rinnen der Oberläufe bieten die Ilz, die Wolfsteiner Ohe oder der Regen ein interessantes Betätigungsfeld für genussreiche Boots-Wandertouren und leichte Wildwasser-Fahrten, die auch von Anfängern problemlos gemeistert werden können.

Nach schneereichen Wintern dehnt sich die Paddelsaison schon mal bis in den Juni hinein aus, nach ergiebigen Regenfällen können die Pegelstände auch im Sommer schnell wieder ein sehr brauchbares Niveau erreichen. Sollte der Wasserstand für eine Bootstour zu niedrig sein, bietet der Bayerische Wald auch ein sehr ansehnliches Radwandernetz. Doch wir konzentrieren uns heute auf ein Naturerlebnis auf dem Wasser. Unser Autor Christoph Haas stellt Ihnen im Folgenden eine interessante Bootstour vor, die auch von Anfängern problemlos bewältigt werden kann. Wer möchte, kann sich vor Ort nicht nur ein Boot mieten, sondern auch eine geführte Tour buchen.

Die Wolfsteiner Ohe ist der größte Nebenfluss der Ilz und bildet ein eigenes Fluss-System. Ihre Quellbäche entwässern das Gebiet zwischen Lusen (1.373 m) und Haidel (1.167 m). Kurz vor der Mündung in die Ilz gesellt sich dann noch der Osterbach hinzu, der sein Wasser von den Südhängen des Dreisessels (1.332 m) bezieht. In dem hier beschriebenen Abschnitt ist die Ohe ein typischer Wald- und Wiesenfluss, der sich der Ilz entgegenschlängelt, immer wieder durch kleine Mühlenwehre unterbrochen, die für zusätzliche Abwechslung sorgen und teilweise umtragen werden müssen.

Die Wolfsteiner Ohe entsteht durch den Zusammenfluss von Reschbach und Saußbach in der Buchberger Leite, einer dunklen Schluchtstrecke zwischen der Kreisstadt Freyung und der Ortschaft Ringelai. In diesem Abschnitt bietet die Ohe zur Zeit der Schneeschmelze flottes Wildwasser. Aber auch in der übrigen Zeit lassen die wild durcheinandergewürfelten Felsbrocken erahnen, was hier für Wassermassen hindurchtoben können. Ein lohnender Wanderweg begleitet den Fluss auf dieser Strecke.

Die Ohe - ruhig, tropisch und wild

Wir bringen unsere Boote jedoch erst an der Straßenbrücke in Ringelai zu Wasser. Gleich nach der Brücke empfängt uns die Ohe mit einem spritzigen Schwall. Bis zum Wehr in der Göschlmühle führt der Flusslauf in weiten Mäandern durch die Wiesen im breiten Ringelaier Tal. Ein wachsames Auge sollte man vor allem in den engen Kurven auf hereingestürzte Bäume haben. Falls nötig, kann das Göschlmühler Wehr rechts umtragen werden. Das im BKV-Führer (Bayerischer Kanu-Verband) genannte Wehr in der bald darauf folgenden Hammermühle existiert schon seit über 60 Jahren nicht mehr. Ein kleiner Schwall und ein einsames Haus am rechten Ufer erinnern bis heute an seinen alten Platz. Hoch oben am Berg sieht man von hier aus noch den Markt Perlesreut, bevor die Ohe in einem dunklen Waldabschnitt verschwindet. Stromschnellen gibt es hier keine mehr, jedoch lassen die großen Farne und umgestürzten Bäume etwas „Dschungel-Feeling“ aufkommen.

Auch die in den letzten Jahren wieder sesshaft gewordenen Biber haben in diesem Abschnitt ihre Spuren hinterlassen. Die Strömung nimmt immer weiter ab und schließlich befinden wir uns am Wehr der Messerschmidmühle.

Bei genügend Wasser kann man gleich nach dem Wehr weiterpaddeln, meist muss aber am Wehrkanal entlang bis zur Straße getragen werden. An der Brücke bringt man die Boote am rechten Ufer wieder zu Wasser. Die dunkle Waldschlucht, die bisher der riesigen Doppelschleife der Ohe folgte, ist nach einem großen Holzeinschlag einer licht bewaldeten Schluchtstrecke mit fast schon auwaldartigem Charakter gewichen. Das verfallene Wehr der Pfeffermühle, das sich schon lange vorher durch sein Rauschen ankündigt, bietet eine kleine sportliche Einlage.

Waren es in den oberen Abschnitten vor allem die Graureiher und Kormorane, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen, so kann es auf diesem Abschnitt ein Eisvogel sein, wenn man sich ruhig genug verhält. In den Abendstunden bekommt man auch hier immer wieder mal einen Biber zu Gesicht. Viel zu schnell ist das Wehr in der Heiblmühle erreicht. Sollte es keinen Überlauf haben, steht nun eine etwas weitere Portage am linken Ufer an.

Nach der Rückführung des Wassers springt die Ohe wieder recht munter durch die immer einsamer werdende Schlucht. Bald ist auch die letzte Wiese verschwunden und wir befinden uns im fast schon urwaldartigen Simpolner Holz. Es ist dies landschaftlich sicherlich der schönste Abschnitt, leider benötigt er wegen des breiteren Flussbettes und der langen Trockenstrecken nach den Ableitungen deutlich mehr Wasser als der obere. Kurz nach der Hängebrücke bei der Einsiedelei Altreut beginnt der Rückstau des zum Loizersdorfer E-Werk gehörenden Wehrs. Je nach Pegelstand wird man das Flussbett oder den Wehrkanal für die Weiterfahrt wählen.

Das Wehr selbst ist nicht befahrbar! Nach einigen Kurven wird die Waldschlucht wieder lichter und die Mündung des von links kommenden Osterbachs kündigt auch schon die Ortschaft Ohbruck an. Die dortige Straßenbrücke, genauer gesagt der Rückstau des Wiesmühler Wehrs etwa 100 Meter unterhalb der Straßenbrücke, eignet sich ebenso zur Beendigung der Fahrt wie das fünf km weiter flußab, bereits an der Ilz liegende Kalteneck. Auf dem Weg dorthin muss noch das Wehr der Aumühle bewältigt werden. Kurz darauf ist dann auch schon die Mündung in die Ilz erreicht.

Ein Text von Christoph Haas