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Raus zum Reiten – ein Ganzkörper-Workout

Hallo zusammen, im Gegensatz zu Ihnen, die das Outdoor-Magazin von Maier Sports bestimmt schon länger und regelmäßig lesen, bin ich neu hier. Also nicht neu im Outdoor-Sportbereich. Nein, ich bin – wie Sie wahrscheinlich auch – gerne und oft in der Natur unterwegs: beim Klettern, auf Inline-Skates, zum Wandern, auf Skiern, in Jogging-Schuhen aber auch hoch zu Ross. Ob im Dressur-Viereck, im Spring-Parcours oder querfeldein über Wald und Wiesen: Das Reiten ist eine sehr schöne Outdoor-Sportart. In dieser Kolumne darf ich diese für Sie und mit Ihnen ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und bitte Sie: Nehmen Sie`s ernst, aber mit einer guten Prise Humor. Ihre Anna M. Dittus

„Wie wäre es denn mit einem richtigen Sport?“ Diese Frage kennt jeder Reiter. In- und auswendig. Ich hörte sie zum ersten Mal von meinem Vater. Damals war ich 15 Jahre alt und hatte zu Gunstendes Reitsports das Tennisspielen und die rhythmische Sportgymnastik aufgegeben.

Ran an Bauch, Beine und Po

Anfangs wusste ich natürlich nicht, was es bedeutet, ein Pferd zu reiten. Doch als ehrgeizige Sportlerin merkte ich schnell, dass da mehr dahintersteckt, als sich faul durch die Gegend tragen zu lassen. Im Gegenteil: Im Zeitalter gezielter Workouts wage ich zu behaupten, dass eine Stunde Training im Sattel sowohl Bauch-Beine-Po- als auch Rücken- und Konditionstraining im Fitnessstudio beinhaltet. Vielleicht denken auch Sie just in diesem Moment „Ach was, beim Reiten bewegen sich doch nur die Pferde“. Da sehe ich jetzt einfach mal darüber hinweg und bin so frei, Sie zu Ihrer ersten – wenn auch nur imaginären – Reitstunde, zu Ihrem persönlichen Ganzkörper-Workout, zu entführen. Stellen Sie sich vor, Sie säßen auf einem Pferd. Nein, Kommando zurück: Stellen Sie sich vor, Sie stünden neben ihm und möchten aufsitzen. Ziemlich groß, so ein Pferd? Stimmt! Der Steigbügel, den Sie mit Ihrem linken Fuß erreichen müssen, um aufsteigen zu können, hängt bei einem Großpferd etwa einen Meter über dem Boden. Bei einem Leser eines Outdoor-Magazins freue ich mich an dieser Stelle einfach über eine gewisse Grundsportlichkeit und gehe mal davon aus, dass Ihr Fuß den Bügel erreicht.

Aber schaffen Sie es jetzt, sich mit dem rechten Fuß so vom Boden abzustoßen, dass Sie das linke Bein ruhig nach oben durchstrecken und das rechte Bein langsam, mit voller Körperspannung über den Pferderücken zu schwingen, um abschließend weich und kontrolliert im Sattel zum Sitzen zu kommen? Ja? Okay, geben Sie es zu: Sie waren schon ein paar Mal beim Bauch-Beine-Po-Training! Nein? Auch kein Problem! Dann kann ich Ihnen zumindest versprechen, dass Sie als vielleicht bald geübter Reiter bestimmt nicht unangenehm auffallen werden, wenn Sie irgendwann doch einen solchen Kurs besuchen sollten.

Doch zurück zu Ihnen und Ihrem Pferd: Sie sitzen im Sattel, gut gemacht! Wie bringen Sie das Pferd nun dazu, sich in kontrolliertem Tempo dorthin zu bewegen, wo Sie hinmöchten? Ich muss Sie enttäuschen, wenn Sie denken: „Beine zusammendrücken, um Gas zu geben. Am Zügel ziehen, um zu bremsen und zu lenken“. Wäre dem der Fall, würde ich Ihnen recht geben: Reiten wäre kein Sport. Ist es aber doch!

 

Gut für den Rücken

Daher lautet Ihre nächste Aufgabe: Versuchen Sie, entspannt im Sattel zu sitzen, um den natürlichen Bewegungsablauf des Pferdes nicht zu stören und damit ungewollt zu bremsen oder gar Gas zu geben. Gleichzeitig sollten Sie eine gewisse Grund-Körperspannung aufbringen, um aufrecht und ausbalanciert im Sattel zu sitzen. Geht nicht? Oder nur schwer? Fühlt sich ungewohnt oder unbequem an? Gut möglich, denn dafür benötigen Sie gute Bauch- und Rückenmuskeln. Ist der Bauch nicht ausreichend trainiert, muss der lange Rückenmuskel den Sitz allein aufrechterhalten. Das kann auf Dauer sehr anstrengen und zu Verspannungen führen. Richtig im Sattel zu sitzen und korrekt auf das Pferd einzuwirken, setzt aber einen geschmeidigen Sitz voraus. Bis Ihr Körper diesen in Schritt, Trab und auch Galopp verinnerlicht hat, sind einige Reitstunden vergangen und ich versichere Ihnen: Sie werden nach jeder einzelnen einen gewaschenen Muskelkater –nicht nur in Bauch und Rücken, sondern auch im Gesäß, den Oberschenkeln und den Waden spüren. Und Sie werden zahlreiche Muskeln – zunächst wahrscheinlich schmerzhaft – kennen lernen, die Sie vorher noch nie bemerkt haben.

Das Schöne daran: Durch das rhythmische An- und Abspannen der Rückenmuskulatur können sich bereits bestehende Verspannungen lösen. Die Bandscheiben werden mit Flüssigkeit durchsaftet. Eine ursprünglich eventuell schwache Haltemuskulatur wird nach und nach gekräftigt. So, den „Rückenfit-Kurs“ hätten Sie damit dann auch absolviert. Aber merken Sie etwas? Bisher haben Sie das Pferd weder selbst gelenkt noch eigenständig angetrieben oder gebremst, sondern sich lediglich im Sattel gehalten …

Jetzt geht es an die Kondition

Sie haben Ausdauer? Glaube ich Ihnen sofort! Aber vergessen Sie nicht: Die hat Ihr Pferd auch. Und nur, weil Sie gerne rechts abbiegen, das Tempo wechseln, vielleicht einen kleinen Sprung absolvieren oder schlichtweg so reiten möchten, dass es harmonisch aussieht, möchte Ihr Pferd das nicht unbedingt.
Damit diese Kommunikation fein abgestimmt funktioniert, müssen Sie jetzt lernen, all Ihre Muskelgruppen in Oberkörper, Hüfte, Ober- und Unterschenkeln, Füßen sowie Armen und Händen gleichzeitig, aber unabhängig voneinander arbeiten zu lassen – permanent, begonnen beim Aufsteigen bis hin zum Absitzen. Und ich versichere Ihnen: Um ein rund 600 kg schweres Tier so lenken zu können, dass es für andere leicht und unbeschwert aussieht, brauchen Sie nicht nur enorme Konzentration und perfekte Körperbeherrschung, sondern auch einiges an Muskelkraft, viel Energie und einen langen Atem. Das wird Ihnen mit Sicherheit nicht alles gleich nach einer Reitstunde gelingen. Aber ich verspreche Ihnen: Es lohnt sich, am Ball zu bleiben! Das Training mit einem so großen, starken, ausdauernden Sportpartner hält Sie fit.

Ich persönlich musste mir bis heute keine Gedanken über eine gesunde Körperhaltung, ein intaktes Immunsystem, genügend Power oder eine gute Kondition machen. Und auch Ihr Körper, ganz besonders die Muskulatur, wird es Ihnen danken! Ich danke an dieser Stelle meinem Vater dafür, dass er mich damals verstanden und unterstützt hat. Ihnen, die Sie Herausforderungen sicher lieben und gerne mal an neue Grenzen gehen, wünsche ich viel Spaß bei Ihrer ersten „reellen“ Reitstunde. Auf Wiederlesen