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CHILE TAG 6 | DÜRFEN WIR VORSTELLEN: BALU, UNSER BÄRENSTARKER WANDERFÜHRER-HUND

Nachdem wir die letzten beiden Tage sehr viele Stunden im Auto verbrachten, tobten wir uns heute mal so richtig im Gelände aus. Wandern - unser aller Hobby - stand auf dem Programm.

Tag 6: Dürfen wir vorstellen: Balu, unser bärenstarker Wanderführer-Hund

Beim Frühstück in unserer Herberge “La Chakana” lernten wir eine sympathische Familie aus Bamberg kennen. Sie ist Deutsche, er Chilene. Beide studierten zusammen Kunst und haben jetzt zusammen drei süße Kinder, denen die Höhe scheinbar gar nichts auszumachen scheint. Auf der Suche nach Inspiration für neue Bilder durchwandern sie mit ihren Kindern das Tal. Die Tipps, die sie uns in der Früh gaben, ließen bereits erahnen, dass Putre und Umgebung für Trekking- und Wanderreisende eine große Vielfalt an Möglichkeiten bietet.

Was ein Glück, dass wir drei Tage in dem beschaulichen Dorf haben! Für den heutigen Tag blieben wir unserem ursprünglichen Plan treu und machten uns frisch gestärkt auf den Weg zur Lluta-Schlucht. Genauer gesagt, auf den Gipfel des Pitacana (3.570 m). Was nach mächtig steilem Aufstieg und kräftig Höhenmeter klingt, war tatsächlich eine herrlich wellige Genuss-Tour durch hochandines Gelände. Denn bereits unser Ausgangspunkt Putre lag auf stolzen 3.650 m.

Den Ausflug versüßte uns Hund Balu. Der zottelige, kleine Vierbeiner beobachtete wie wir die Herberge verließen und entschloss sich kurzerhand, sich uns anzuschließen. Sowohl Paul und Tanja als auch Vivi sind Hundebesitzer. Alle drei waren sich sicher, dass der Kleine jeden Moment umdrehen würde. Mit seinen kurzen Haxen könnte ein solch kleiner Hund schließlich im Leben nicht eine Höhenwanderung auf über 3.000 m bei dünner Luft und praller subtropischer Sonne durchstehen. Dachten wir. Doch Balu stolzierte unbeirrt wie ein erfahrener Wanderführer unserer kleinen Gruppe voraus.

War er sich bei einer Gabelung unsicher, wartete er kurz, und übernahm anschließend wieder die Führung. Wurde es ihm zu heiß, begleitete er uns brav beifuß und genoss den neben uns geworfenen Schatten. Doch nicht nur durch Balu verging die Wanderung wie im Flug. Gemächlich schwang sich der Weg kurzweilig am Berg entlang, den schneebedeckten Taapaca Vulkan im Rücken, immer mit Blick ins Tal.

Und immer mit Blick auf den Hang, der nach jeder Biegung neue Überraschungen und Entdeckungen brachte. So durchquerten wir im Nirgendwo gleich mehrere kleine (scheinbare) Subsistenzwirtschaften, entdeckten neue Pflanzen, die zum Teil wie Papier unter unseren Wanderschuhen raschelten, und unzählige Kolibris, die in zackigen Bahnen durchs Gestrüpp fegten.

So idyllisch die Wanderung heute vor sich hin tröppelte, so bombastisch war der Blick, der sich uns am Ziel bot. Statt eines faden, schlichten Gipfelkreuzes – wie man es aus heimischen Gebirgen kennt – thronte ein schneeweißes, mit bunten Blumenkränzen geschmücktes Kreuz auf einem ebenso schneeweißen Podest vor uns. “Das ist kein normales Gipfelkreuz wie wir es kennen”, klärte uns unsere Wanderführerin auf.

“An diesem Ort finden regelmäßig Opfergaben statt – so genannte Chalas. Die Einheimischen steigen hinauf, opfern etwas Alkohol wie Wein oder Bier, trinken den Rest und opfern dann auch die leere Flasche hier an dieser Stätte. Was ihr hier oben am Gipfel liegen seht, ist also kein Müll, sondern es sind Opfergaben”, bekamen wir erklärt. “Und trotzdem ist es Müll”, entgegnete Paul trotzig und blickte über das Scherbe-Meer. Man muss bei einer solchen Zeremonie dabei sein, um sie zu verstehen, hieß es.

Mit Sicherheit ist dem so. Für die Rast war uns der Platz jedoch nichts. Also gingen wir ein paar Meter weiter. Als hätte jemand einen Vorhang zur Seite gezogen – so unerwartet und plötzlich zog sich vor uns die Lluta-Schlucht auf. Eine ganze Stunde saßen wir am Rand, knabberten an unserer Brotzeit und verloren uns in dem tiefen Blick in die zerfurchte Schlucht. Balu, unser neuer Freund, führte uns anschließend ebenso routiniert wieder nach Hause. Seine erste Amtshandlung nach der knapp sechsstündigen Wanderung, auf der er uns ohne Schwächeerscheinungen begleitete: Mit den Kindern im Dorf spielen.

Übrigens: Während ich gerade diesen Blogeintrag schrieb, warf ich einen Blick in meinen Lonely Planet Reiseführer. Ein Satz zu Putre stach sofort heraus, mit dem ich jetzt dankbar ins Bett gehen werde: “(…) am besten reist man dorthin, solange die Gegend noch relativ unbekannt ist!” Beim Lesen des Satzes fällt mir auf, dass wir nicht einer einzigen Person bei unserer Wanderung begegneten…