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CHILE TAG 7 | „RICHTIG, RICHTIG, RICHTIG GLÜCKLICH“

Heute habe ich viele Fotos für euch. Sehr viele. Zu viele. Um ehrlich zu sein, würde ich heute am liebsten eine Tierbilder-Galerie posten. Unsere Kameras sind froh, dass sie endlich Feierabend haben und glühen. Denn was wir heute sahen, war Outdoor-Kitsch vom allerfeinsten.

Tag 7: “Richtig, richtig, richtig glücklich”

Ganz nach dem Motto “Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo das nächste Tier daher.” Vor einer Traumkulisse natürlich. Aber eins nach dem anderen. Nach der gestrigen Wanderung galt es heute wieder Strecke zu machen und entferntere Hot Spots um Putre zu erkunden. Hot Spots in diesem Fall sogar im doppelte Sinne. Denn unsere Rundfahrt führte uns vorbei an den wohl am perfektesten geformten Vulkan Parinacota (6.350 m), dem erloschenen Pomerape (6.222 m) und dem dauerbrodelnden Guyatire (6.070 m), durch die Riserva Las Vicuñas zur Salzpfanne Surire, wo ein Bad in einer der heißen Thermalquellen auf uns wartete.

Die Schotterstraße mutete auf den ersten Blick wie eine geheime Abkürzung quer durch die Botanik an. Doch sowie vor als auch hinter uns reihten sich ausschließlich LKW. Doch nicht, weil die hiesigen Brummi-Fahrer derart geländekundig sind und Abkürzungen kennen, die sonst keiner kennt. Nein, diese Straße ist eine der wichtigsten LKW-Routen von und nach Bolivien, an dessen Grenze wir uns heute in Sichtweite mehr oder weniger entlang schlängelten.

Es war ein äußerst bizarres Bild, wenn man über die stille, karge Hochebene blickte, und sich auf einmal am Horizont eine Staubwolke auftat.  Wie kleine flachgelegte Tornados zogen sich die LKW-Staubwolken durch das Panorama. Von der Ferne ergab dies auf eine eigene Art schöne Musterungen.
Von der Nähe hingegen störte es durchaus die Idylle.

Eigentlich sollte diese Gegend westlich der Salzpfanne Surire ein Nationalpark sein. Doch aufgrund der wichtigen Handelsroute und des lukrativen Borax-Abbaus (seltenes Mineral, das auch als Tinkal oder Natriumborat bekannt ist und für diverse Schutzmittel gebraucht wird, Anm. d. Red.) reicht es doch nur zum Status “Riserva”. Was so viel bedeutet wie: Flora und Fauna sind und werden geschützt, kontrollierte wirtschaftliche Nutzung bleibt dennoch erlaubt.

Dass dieser “Kompromiss-Naturschutz” in den letzten Jahren funktionierte, zeigte sich uns schon bei der Einfahrt in die Riserva de Las Vicuñas.
Der Name versprach Vicuñas und hielt sofort, was er versprach.
Zwar hatten wir bereits in der Atacama-Wüste das Glück, die grazilen kamel-artigen Tiere zu sehen. Doch dass wir uns direkt neben der Straße bis auf wenige Meter den sonst extrem scheuen Tieren nähern konnten, toppte die erste Begegnung. Unser Fahrer hatte es schwer, uns wieder ins Auto zu bekommen.

Doch, wie gesagt: Wenn du denkst, es geht nicht mehr … stapfen von irgendwo mal wieder Lamas her. Diesmal direkt vor einer grünen und sanft gewellten Anhöhe direkt vor dem furchteinflößenden Guyatire.

Der Spitzname des über 6.000 m hohen Vulkans: “die dampfende Lok”.

Ihr ahnt, warum. Er brodelt. Und raucht. Und das pausenlos. Zuletzt brach er 1985 aus. Doch erst 2015 wurden die Seismografen hyperaktiv – zum Glück ohne schwerwiegenden Folgen. Eine weitere Besonderheit an ihm: Der Guyatire ist der höchste besteigbare aktive Vulkan der Welt. In seinen Schlund hineinzuschauen, klingt spannend. Aber wenn man die Wolke an seinem Gipfel sieht, fragt man sich schon, wann es wieder rumst.

Bei unserem Stopp in dem fast verlassenen Dörfchen Ancuta, das nur aus einer alten Kirche, einem Basketballplatz, ein paar Hütten und einer besetzten Wache besteht, reizte es uns in dem frei zugänglichen Kirchenturm mal die Glocke zu schlagen. Doch da dies zugleich ein Signal dafür ist, dass der Vulkan ausbricht, hätte uns dies richtig Ärger eingebracht. Wir blieben also brav. Zusammen mit Paul und Tanja, unseren beiden Reisegewinnern, legten Kamerafrau Vivi und ich eine kurze Rast ein, tranken einen Tee und saßen für eine Weile einfach nur da. Ein kleines Ritual, dass bei dieser Höhe essentiell ist. Und den Tag retten kann.

Es war ein guter Moment für die Rast. Denn schon kurz hinter dem Dörfchen stießen wir auf eine grüne und feuchte Ebene, auf der sich eine große Horde Alpakas niedergelassen hatte. Im Zeitlupentempo hetzten wir (ja, auf rund 4.500 Höhenmetern geht dies tatsächlich) über die Bäche. Zitat von Alpaka-, Lama- und Vicuña-Fan Vivi: “Ooooooh, jetzt bin ich richtig, richtig, richtig glücklich!” Die Baby-Alpakas waren aber auch unfassbar putzig!

In der Salar angekommen, machten wir dann fast noch unsere Tier-Wunschliste komplett. Mitten im grellen Weiß der Salzpfanne nisteten Flamingos (aus der Ferne zu urteilen vermutlich James-Flamingos). In selbst für unsere erfahrene Reiseleitung noch nie gesehenem Rot leuchteten sie! Dahinter brausten wieder – erneut ein wenig deplatziert – die LKW Richtung Bolivien. Was nicht wirklich idyllisch und naturnah klingt, war es dennoch. Denn – auch das für unsere Reiseleitung ein erstmaliges Glück – wir waren heute die einzigen Touristen im gesamten Tal! Und hatten damit sogar die heißen Thermalquellen am Nordrand der Salzpfanne allein für uns.

Mit weißen Vulkanen, wilden Poiron- und Lluret-Büschen und der Weite der Salzpfanne um uns, gaben sich Paul, Tanja, unser Fahrer Eduardo und ich in Bade-Montur dem Wellness hin, während draußen Vivi und Reiseleiterin Heidi in dicken Jacken und Mütze Fotos machten. Paul, von kasachischer Abstammung und von kräftiger Statur, bedankte sich beim zwei Köpfe klei-neren chilenischen Fahrer Eduardo noch mit einer beherzt zupackenden Nackenmassage für seine Fahrdienste. Dann machten wir uns auf den Rückweg.
Tanja und Paul gestanden schmunzelnd, dass ihnen “jetzt eigentlich nur noch die Nandus fehlen”. Ich glaube, es waren keine 45 Minuten, dann rief der 45-jährige Paul freudestrahlend wie ein kleines Kind: “Nandus! Da sind sie!” Ich muss gestehen, ich war zu langsam für die flotten straußenähnlichen Vögel und erwischte sie eher schlecht als recht mit der Kamera. Aber wer es uns nicht glaubt, dass wir auch diese seltenen Exoten tatsächlich zu Gesicht bekamen, möge seine Zweifel in die Kommentare schreiben und ich reiche das Beweisfoto nach!